Apfelbaumglasflügler

(Synanthedon myopaeformis)

Der Apfelbaumglasflügler tritt neben Apfel und Birne auch an Quitte, Pflaume, Kirsche und Weißdorn auf. Lokal kann der Befall sehr hoch und von wirtschaftlicher Bedeutung sein. Bei der Regulierung kann auf die Pheromonverwirrung zurückgegriffen werden.

Schädlingsbeschreibung

Die weiblichen Falter sind etwa 15 - 20 mm lang. Ihr Körper ist schwarzblau mit einem auffälligen roten Querband auf dem Hinterleib. Die Männchen sind etwas kleiner und schlanker als die Weibchen und haben eine weiße Bauchseite. Die Bezeichnung Glasflügler haben sie ihren glasartig durchscheinenden (ohne Schuppen), blauschimmernden Flügeln zu verdanken. Diese sind schwarz eingefasst und erreichen eine Flügelspannweite von 21 - 25 mm.

Ausgewachsene Raupen sind cremig-weiß bis rosa mit hellbraunem Kopf und kurzen Bauchfüßen. Sie erreichen eine Länge von 25 mm. Man bekommt sie kaum zu Gesicht, da sie unter der Rinde von Stämmen und dickeren Ästen leben. Die blassbraune, etwa 10 - 13 mm lange Puppe ragt zum Falterschlupf aus dem Einbohrloch heraus. Die beigefarbigen Eier sind 0,5 mm groß und werden einzeln, bevorzugt im unteren Stammbereich und an Schnittwunden abgelegt.

Lebensweise

Die Falter schlüpfen ab Ende Mai, der Hauptflug ist von Juni bis August. Bei Temperaturen > 15 °C sind die Tiere aktiv. Die Weibchen legen bis zu 200 Eier einzeln, bevorzugt im Unterlagenbereich ab. Zehn bis zwölf Tage später schlüpfen die Raupen und bohren sich sogleich in die Rinde. Während ihrer Entwicklung im Kambiumbereich ernähren sie sich vom Rindengewebe. Im Mai und Juni erfolgt die Verpuppung dicht unter der Rindenoberfläche in einem schwachen Kokon.

Nach einer Puppenruhe von 2 - 3 Wochen verlässt die Puppe den Kokon und schiebt sich etwa bis zur Hälfte durch die Rinde nach außen. Dies erleichtert den anschließenden Falterschlupf. Aufgrund der langen Entwicklungszeit von zwei Jahren findet man auf dem gleichen Baum 1- und 2-jährige Raupen unter der Rinde leben. Unter sehr günstigen Bedingungen findet der Falterflug bereits im ersten Jahr nach der Eiablage statt.

Schaden durch den Apfelbaumglasflügler

Schädigend sind die Raupen. Diese bohren sich in den Stamm ein und infolge ihrer Fraßtätigkeit und des Schaffens natürlicher Eintrittspforten für Krankheitserreger, wie Obstbaumkrebs und Rindenbrand, werden die befallenen Bäume zum Teil sehr geschwächt. Dies kann bis zum Absterben führen. Besonders gefährdet sind Spindelbäume in Intensivanlagen, Junganlagen und bereits kränkelnde Bäume.

Kontrolle

Es sollten Kontrollen auf Einbohrstellen an der Rinde, besonders im unteren Stammbereich, durchgeführt werden. Dies kann parallel zum Auskrebsen erfolgen. Mittels Pheromonfallen kann der Flugverlauf nachgezeichnet und der Befallsdruck abgeschätzt werden.

Bekämpfung des Apfelbaumglasflüglers

Zur Bekämpfung kann das nematoden-basierte Produkt nemapom® eingesetzt werden. Eine gute Benetzung, besonders der Stammpartien, ist wichtig.

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