Mehlige Apfelblattlaus

(Dysaphis plantaginea)

Der Name „Mehlige“ rührt vom Aussehen der Adulten her. Ihr Hinterleib ist mit einem mehlig-weißen Wachsstaub bedeckt. Diese Art ist von sehr hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Ihr starkes Vermehrungspotential und die massiven Schäden, welche sie an Trieben und Früchten verursacht, machen sie zur gefürchtetsten aller Blattlausarten im Apfelanbau. Im Frühsommer wandern die geflügelten Tiere auf ihren Sekundärwirt, meist Wegerich-Arten, ab.

Schädlingsbeschreibung

Jungläuse sind anfangs beige, später rosa. Ausgewachsene Tiere haben einen blaugrauen, häufig mit weißem Wachspuder bedeckten, Körper. Dieser ist rundlich und etwa 2 - 3 mm groß. Die schwarzen Siphonen überragen den Hinterleib. Geflügelte Formen sind nahezu schwarz. Ihre Flügel sind fast doppelt so lang wie ihr Körper. Die Eier ähneln sehr denen der anderen Blattlausarten und können daher nicht voneinander unterschieden werden. Sie sind schwarz glänzend, elliptisch und etwa 0,5 mm groß. Sie werden einzeln oder in kleinen Gruppen (< 3 Eier) auf mehrjährigem Holz abgelegt.

Biologie

Die Jungläuse schlüpfen etwas später als die der Apfelfaltenlaus. Bis zu ihrer Entwicklung zur Stammmutter saugen sie an Knospen, Blütenbüschel und Blattrosetten bevor sie die Jungtriebe befallen. Die Vermehrung erfolgt ungeschlechtlich und lebendgebärend. Sie verfügt über ein enormes Vermehrungspotential. Im Mai bis Juni können so bereits große Kolonien, bevorzugt an Kurztrieben, beobachtet werden.

Der Anteil geflügelter Tiere steigt zunehmend an. Diese wechseln bis spätestens Mitte Juli auf ihre Sommerwirte. Dort werden weitere Generationen durchlaufen. Zunehmend wird auch ein Befall während des Sommers festgestellt. Zu Herbstbeginn wandern die Läuse wieder zurück auf die Apfelbäume wo sie nach geschlechtlicher Vermehrung im September und Oktober die Wintereier ablegen.

Schaden durch die Mehlige Apfelblattlaus

Ein Befall kann massive Schäden an Blättern, Früchten und am Holz verursachen. Befallene Blätter zeigen gelbliche, später braun-schwarze aber niemals rote Verfärbungen. Die Blätter rollen sich nach unten ein und sind zum Teil stark verkrüppelt und die Triebe sind gestaucht und verdreht. Bei schwerem Befall bleiben die Äpfel klein, hart und sind häufig deformiert, besonders im Kelchbereich. Spät befallene Früchte erreichen fast ihre normale Größe, sie sind aber verformt und höckerig. Im Folgejahr kann der Fruchtansatz geringer ausfallen.

Kontrolle

Die Astprobenkontrolle im Winter auf abgelegte Eier lässt keine zuverlässigen Aussagen über das mögliche Aufkommen im Frühjahr zu. Untere stammnahe Kronenpartien sollten in der Vorblüte gründlich nach Stammmüttern und ersten kleineren Kolonien abgesucht werden. Die Schadensschwelle liegt zu dieser Zeit bei 1 - 2 % befallener Knospenaustriebe. Im Sommer kann ein Befallsgrad bis 10 % befallener Langtriebe geduldet werden.