Gemeiner Birnblattsauger

(Cacopsylla, Syn. Psylla pyri)

In den vergangenen Jahren konnte eine stetige Befallszunahme beobachtet werden. Große Birnenanlagen mit intensiver Bewirtschaftung zeigen meist ein stärkeren Schädlingsdruck als kleine und extensiv bewirtschaftete Flächen.

Schädlingsbeschreibung

Die ausgewachsenen Tiere sind 3 - 4 mm groß. Im Sommer sind sie grünlich, zum Herbst hin verfärben sie sich braunschwarz. In Ruhestellung sind die Flügel dachförmig am Körper angelegt. Die Vorderflügel haben verdunkelte Stellen zwischen den Blattadern. Die Adulten sind sehr flink und können hervorragend springen. Die ovalen, 0,3 mm großen Eier sind zunächst weiß, verfärben sich später gelb. Sie werden in kleinen Gruppen auf das Fruchtholz, später auch auf Blütenbüschel, Knospen, Blätter und Triebe abgelegt. Die Larven werden bis zu 2 mm groß. Anfangs sind die Larven orangegelb, zum Ende ihrer Entwicklung verfärben sie sich dunkelbraun.

Biologie

Der Gemeine Birnblattsauger überwintert als ausgewachsenes, geflügeltes Tier in Rindenritzen und unter Rindenschuppen der Birnenbäume. Im Frühjahr, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Temperaturen über 10 °C ansteigen, werden die Tiere aktiv. Sie legen ihre Eier vor Knospenaustrieb bis zur Blüte auf das Fruchtholz ab.

Die Larven schlüpfen dann bis zum Blühende. Mit der Eiablage Mitte Mai beginnt die kritische Phase. Aus ihnen schlüpfen ab Ende Mai die Larven der gefürchteten 2. Generation. Insgesamt bildet der Birnblattsauger 3 - 4 sich zum Teil überschneidende Generationen pro Jahr. Ab Ende Oktober ziehen sich die erwachsenen Birnblattsauger in ihre Winterquartiere zurück. Die Winter-Zwischenwirte sind noch nicht eindeutig beschrieben worden.

Schaden durch den Gemeinen Birnblattsauger

Die überwinternde Generation verursacht meist nur geringen Schaden, da viele der im Frühjahr auf dem Holz abgelegten Eier vorzeitig absterben. Erhebliche Schädigungen werden durch die Larven der 2. Generation verursacht. Diese saugen an Blütenbüscheln, Triebspitzen und Blättern und verursachen hierdurch starke Blattkräuselungen. Die Honigtauproduktion mit folgender Ansiedlung von Rußtaupilzen ist ein weiteres Problem wobei auch die Früchte stark verschmutzt werden. Der Birnblattsauger gilt zudem als Überträger der Phytoplasmosekrankheit Birnenverfall. Als besonders anfällig gelten die Sorten Williams Christ und Conference.

Kontrolle

Während der Winterruhe sollten Klopfproben auf überwinternde Weibchen durchgeführt werden. Dies kann in der Vegetationszeit fortgesetzt werden. Nach dem Austrieb werden die Blätter auf geschlüpfte Larven hin untersucht. Diese Kontrollen sollten Mitte / Ende Juni und im August wiederholt werden, um so den Larvenschlupf der 2. und 3. Generation zu überprüfen. Die wirtschaftliche Schadensschwelle liegt bei 30 - 50 % befallener Blütenbüschel im Zeitraum Vor- bis Nachblüte bei 5 x 50 Blütenbüscheln.


Großer Birnblattsauger (Psylla pirisuga)

Der Große Birnblattsauger tritt nur an Birne auf. Er ist für kurze Zeit im Frühling und Frühsommer in den Obstanlagen präsent. Ansonsten lebt er auf Nadelgehölzen.

Schädlingsbeschreibung

Die ausgewachsenen Tiere sind 4 mm groß mit hellen, durchsichtigen Flügeln. Sommertiere sind grünlich, später im Jahr verfärben sie ich rotbraun bis schwarz. Sie besitzen ein enormes Sprungvermögen ("Blattflöhe“). Die ovalen, 0,3 mm großen und gelben Eier werden in dichten Gruppen auf die Unterseite der Blätter entlang der Mittelader abgelegt. Die daraus schlüpfenden Larven (Nymphen) sind anfangs gelb, später dunkel gezeichnet. Sie erreichen eine Länge von etwa 2,5 mm.

Biologie

Der Große Birnblattsauger überwintert als ausgewachsenes Weibchen auf Nadelbäumen. Im Frühjahr wandern diese noch vor Knospenaufbruch in die Obstanlagen ein. Im Mai und Juni legen sie ihre Eier in Grüppchen auf Blüten, Blätter und Triebe. Die geschlüpften Larven ernähren sich von Pflanzensaft. Nach der Blüte im Frühsommer verlassen die adulten Tiere die Birnbäume und wandern auf Nadelgehölze ab. Es gibt eine Generation im Jahr.

Schäden durch den Großen Birnblattsauger

Infolge der Eiablage direkt ins Pflanzengewebe kommt es an jungen Blättern und Trieben zu Wuchsdeformationen wie Blattrandrollung und Blattverkräuselungen. Hinzu kommen Saugschäden. Weitaus schlimmer ist die starke Honigtaubildung mit folgender Ansiedlung von Rußtaupilzen an Blättern und Früchten. Dies führt zu einer geminderten Assimilationsleistung und Fruchtqualität.

Kontrolle

Ab Ende März sollte das Holz, später auch die Blätter auf Eiablagen hin kontrolliert werden. Hilfreich dabei ist die Verwendung einer Lupe mit mindestens 10-facher Vergrößerung. Die Schadschwelle liegt bei 60 - 80 % befallener Triebe.