Nördlicher Erdbeerwickler

(Acleris comariana / Syn. A. potentillana)

Der Nördliche Erdbeerwickler gehört zur Familie der Wickler (Tortricidae) und untersteht der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Er kommt an Kultur- und Walderdbeeren sowie dem Bachnelkenwurz vor.

Schädlingsbeschreibung

Der Falter hat eine Flügelspannweite von 13 - 18 mm. Seine Vorderflügel sind graubraun bis gelblich- oder rötlichbraun gefärbt, oft mit weißer Zeichnung und manchmal mit schwarzen Schuppenbüscheln. Die Hinterflügel sind grau. Die Eier sind flach und oval, blaßgelb bis rötlich gefärbt bei einem Durchmesser von ca. 0,7 mm. Die Raupen sind 11 - 15 mm lang und weißlichgrün bis stumpf grün gefärbt. Ihr Rücken ist etwas dunkler besetzt mit braunen Warzen. Der Kopf gelblichbraun mit schwärzlicher Zeichnung mit einem blaß gelbbraunen Nackenschild. Die Puppen sind bis zu 7,5 mm lang und blaß braun gefärbt.

Biologie

Dieser Wickler bringt jährlich zwei Generationen hervor. Die Überwinterung erfolgt in den einzeln, meist auf der Oberseite alter Blätter abgelegten Eier. Ende April bis Mitte Mai schlüpfen die Raupen und fressen an den jungen, noch nicht entfalteten Blättern. Später setzen sie ihren Fraß in Gespinsten fort, wodurch auch Blütenschädigungen auftreten können. Nach 5 - 8 Wochen haben die Raupen der 1. Generation ihre sechs Entwicklungsstadien durchlaufen und verpuppen sich Anfang / Mitte Juni in einem seidenen Kokon in gefalteten oder versponnenen Blättern.

Der Hauptflug der adulten Falter beginnt Mitte Juni und hält etwa einen Monat an. Wenige Tage nach Schlupf erfolgt die Kopulation mit anschließender Eiablage (ca. 40 - 50 Stück). Nach ungefähr zwei Wochen schlüpfen die Raupen der 2. Generation. Die adulten Falter der 2. Generation fliegen von Ende August bis Anfang November.

Schaden durch den Erdbeerwickler

Bei Massenbefall an schlecht überwinterten Beständen kann der Raupenfraß starke Blatt- und auch Fruchtschäden (durch beschädigte Blütenorgane) hervorrufen. Beim Blattfraß erfolgt zunächst unterseits ein Fensterfraß. Später werden Blätter, Knospen und Blüten miteinander versponnen und angefressen. Die älteren Raupen führen einen Lochfraß durch und verspinnen ganze Blattbüschel, die dann verzehrt werden. Auch im Spätsommer sind stärkere Schädigungen durch die 2. Generation möglich.

Kontrolle

Von Ende April bis Mitte Juni und von Mitte Juli bis Anfang September sollten die Pflanzen auf Anwesenheit von Raupen und Gespinsten überprüft werden.

Bekämpfung des Erdbeerwicklers

Der Einsatz azadirachtin-hatiger Pflanzenschutzmittel wird vom Gesetzgeber empfohlen.