Feuerbrand

Feuerbrand trat zum ersten Mal vor gut 200 Jahren in Nordamerika auf. Der Erreger dieser gefährlichen Krankheit ist das stäbchenförmige Bakterium Erwinia amylovora. Während der Blüte, aber auch zu einem späteren Zeitpunkt infiziert es seine Wirtspflanzen. Wirtspflanzen sind zahlreiche Gattungen und Arten der Rosengewächse (Apfel, Biurne, Quitte, Eberesche, Mispel u.a.). Nicht befallen werden alle Stein- und Beerenobstarten, andere Laubgehölze, Wal- und Haselnüsse und alle Nadelgehölze.

Krankheitssymptome

Der Hauptinfektionsweg geht über die Blüte. Diese wird zunächst welk, wenig später verfärbt sie sich braun-schwarz. Häufig werden nur einzelne Blüten eines Blütenbüschels infiziert, sie lassen sich nur schwer vom Büschel abzupfen. Über den Blütenstiel gelangt das Bakterium in Triebe, größere Äste und schließlich bis in den Stamm. Charakteristisches Merkmal bei Blättern ist die Schwärzung der Blattadern von Blütenstiel her. Die Triebe werden braun und vertrocknen.

Krankheitsverlauf bei Feuerbrand

Infektionsbedingungen sind bei schwül-warmer Witterung mit Temperaturen über 18 °C und einer relativen Luftfeuchte von über 70 % gegeben. Eintrittspforten sind offene intakte Blüten und Verletzungen (Hagelschlag). Bei starker Feuchte kann eine Infektion aber auch über natürliche Öffnungen wie Lentizellen, Wachstumsrisse oder Narben von Blatt- und Fruchtstielen erfolgen. In der Pflanze wandert der Erreger im Bastteil (Phloem) stammabwärts bis in die Wurzeln. Die Ausbreitung in der Pflanze ist von ihrem Anfälligkeitsgrad abhängig.

Prognosemodell Maryblyt

Zur Bestimmung der Feuerbrandgefahr arbeiten die amtlichen Pflanzenschutzdienststellen mit dem Prognosemodell Maryblyt.