Kirschessigfliege

(Drosophila suzukii)

Die Kirschessigfliege gehört zur Familie der Tau- oder Essigfliegen (Drosophilidae). Es ist ein neuer Schaderreger, der 2008 von Asien über Amerika kommend nach Europa eingeschleppt wurde. 2011 wurde sie erstmals auch in Deutschland nachgewiesen und hat sich mittlerweile von Süden nach Norden in gesamt Deutschland verbreitet. In 2014 war erstmals flächendeckend auch in Niedersachsen zu finden und verursachte z.T. starke Schäden an befallenem Beerenobst.

Biologie

Die Kirschessigfliege ist ca. 3 mm groß und im Gegensatz zu heimischen Essigfliegen ist das Weibchen der Kirschessigfliege in der Lage, mit Hilfe eines sägeartigen Legebohrers die gesunden, reifenden Früchte, die sich noch an der Pflanze befinden, anzustechen und in diese Eier mit typischen fadenförmigen Atemanhängseln abzulegen. Atemanhängsel und Anstichstellen sind mit dem bloßem Auge kaum zu erkennen.

Bereits nach einem Tag kann die Larve aus dem Ei schlüpfen. Die Larven fressen innerhalb der Beere und verpuppen sich auch dort. Da die Entwicklungszeit relativ kurz ist, können mehrere Generationen pro Saison auftreten. Unter optimalen Temperaturen (ca. 25 °C) kann eine Generation bereits nach 10 - 14 Tagen abgeschlossen sein. Nach dem jetzigen Kenntnisstand ziehen sich die Tiere zum Herbst in Waldflächen zurück, wo sie überwintern und wandern von dort ab dem Frühjahr erneut in den Kulturen ein. Auch eine Überwinterung an geschützten Orten in Hausnähe ist möglich. Durch Frosttemperaturen werden viele Tiere abgetötet.

Schaden durch die Kirschessigfliege

Ab Juli / August zunehmender Befall an gesunden Früchte, die noch an der Pflanze hängen und innerhalb kurzer Zeit kollabieren können. In ihnen finden sich meist mehrere beinlose, weiße Fliegenmaden. Weniger stark befallene Früchte können noch lange Zeit äußerlich in Takt erscheinen. Häufig kommt es zu sekundärem Befall mit Pilzen oder Bakterien. Der Schaden kann bis zu 100 % betragen.