Kirschfruchtfliege

(Rhagoletis cerasi)

Die Kirschfruchtfliege ist eine Fliege aus der Familie der Bohrfliegen (Tephritidae). Sie ist der bedeutsamste Schädling im Süßkirschenanbau, da sich ihre Made in Kirschen entwickelt. Die Larven entwickeln sich auch in den Früchten von Vogel-Kirschen Sauerkirschen, Heckenkirschen, Schneebeeren und Gewöhnlichen Traubenkirschen.

Schädlingsbeschreibung

Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier in die reifenden Früchte, wenn diese sich in ihrer Farbe von grün nach gelb verändern. Die vollentwickelte Larve verlässt über ein Bohrloch die Frucht und lässt sich zu Boden fallen, wo sie sich in der obersten Bodenschicht verpuppt. Aus der Puppe schlüpft dann im nächsten Frühjahr (Ende Mai / Juni) die neue Kirschfruchtfliege.

Biologie

Die Flugzeit der Kirschfruchtfliegen ist je nach Temperatur zwischen Ende Mai und Anfang Juli. Bei Sonnenschein sitzen die Fliegen auf den Blättern und Früchten der Larven-Nahrungspflanzen und saugen austretenden Pflanzensaft. 10 bis 15 Tage nach dem Schlüpfen beginnen die Weibchen bei warmen Wetter mit der Eiablage. Gelegt werden 50 bis 80 Eier, die jeweils einzeln unterhalb der Epidermis von reif werdenden Früchten eingelegt werden.

Nach fünf bis 12 Tagen schlüpfen die Maden, die sich vom Fruchtfleisch um den Kern ernähren. Dadurch beginnt die Frucht zu faulen und fällt zu Boden. Die Larven sind nach etwa 30 Tagen ausgewachsen und verlassen die Frucht, um sich in einigen Zentimetern Tiefe im Erdreich zu vergraben und zu verpuppen. Fällt die Frucht nicht ab, lassen sich die Tiere an einem Spinnfaden hinab. Die Insekten überwintern. Zum Zeitpunkt des Fluges verringern kühle Temperaturen und hohe Niederschläge die Populationen der Fliegen. Dementsprechend sind in trockenen Jahren die Kirschbäume besonders befallen.

Schaden durch die Kirschfruchtfliege

Es werden eher späte Sorten von der Fruchtfliege befallen, da frühe Sorten dann reifen, wenn sich die Fliegen noch nicht richtig entwickelt haben. In den reifen Süßkirschen befinden sich kleine, bis 6 mm lange, weiße Maden, die das Fruchtfleisch in der Umgebung des Kernes in eine braune, faulige Masse verwandeln. Besonders gefährdet sind mittlere und späte Sorten. In seltenen Fällen werden auch Sauerkirschen befallen.