Kleiner Frostspanner

(Operophtera, Syn. Cheimatobia brumata)

Der Kleine Frostspanner ist ein weit verbreiteter Schädling im Obstanbau. Neben Apfel und Birne befällt er Kirsche, Pflaume, Beerensträucher und Laubgehölze. An Streuobstwiesen und Laubwälder angrenzende Obstanlagen sind besonders gefährdet, da von ihnen oft eine Neubesiedlung ausgeht.

Schädlingsbeschreibung

Die Weibchen sind graubraun gesprenkelt und 5 - 7 mm groß. Auffallend sind ihre langen, spinnenähnlichen Beine. Die etwa 15 mm langen Männchen sind flugfähig. Die Flügel sind graubraun gefärbt und mit dunklen welligen Querlinien versehen. Die überwinternden Eier sind etwa 0,8 mm groß und verfärben sich von blass gelblich-grün zu orangerot. Sie werden einzeln oder in kleinen Gruppen abgelegt. Die Raupen sind hellgrün mit dunkler Rückenlinie und seitlich je einer helleren Längslinie. Sie erreichen eine Länge von 20 - 25 mm. Ihr Kopf ist grün bis gelblich.

Biologie

Sie fliegen in der kalten Jahreszeit ab der ersten Frostnacht, meist Mitte / Ende Oktober bis Mitte Dezember. Beim Kriechen formen sie den typischen Buckel. Die Falter sind Schlecht-Wetter-Flieger. Die flugunfähigen Weibchen kriechen am Baumstamm hoch. Die Eier werden bevorzugt im oberen Kronenbereich einzeln oder in kleinen Gruppen in Rindenritzen, unter Knospenschuppen und in Wunden abgelegt.

Die Raupen ernähren sich anfangs von den sich entwickelnden Knospen und Blüten. Sie spinnen dünne Fäden, mit Hilfe derer sie sich auf tieferliegende Knospen abseilen können oder mit dem Wind über weite Strecken verteilt werden. Bis zu ihrer vollständigen Entwicklung fressen die Raupen an Blättern und jungen Früchten. Mitte Juni seilen sie sich zum Boden ab und verpuppen sich dort in 6 - 25 cm Tiefe in einem Kokon. Im Spätherbst schlüpfen die Falter.

Schaden durch den Kleinen Frostspanner

Ab Austrieb sind angefressene Blüten- und Blattknospen häufig in Verbindung mit Kotspuren zu finden. In manchen Fällen spinnen die Raupen Blätter und Blütenknospen zusammen in deren Schutz sie weiterfressen. Gespinste sind ansonsten eher selten. Größere Raupen fressen Blätter zum Teil bis zur Mittelrippe kahl. Befallene Früchte fallen vorzeitig ab oder werden stark missgebildet. Oberflächiger Fraß zeigt sich bei der Ernte an runden bis ovalen, verkorkten Flecken. Manchmal bilden sich trichterförmige, bis ins Kernhaus gehende Vertiefungen aus.

Kontrolle 

Die Astprobenkontrolle auf überwinternde Eier gibt erste Hinweise auf den zu erwartenden Befall im Frühjahr. Die Schadensschwelle liegt bei 5 - 8 Raupen je 100 Blütenbüschel. Die Flugaktivität der Männchen kann mit Pheromonfallen überwacht werden. Das Aufkommen weiblicher Tiere kann zur gleichen Zeit mittels Leimringen festgestellt werden. Pheromonfallen und Leimringe hierfür Anfang Oktober anbringen.