Kleiner Fruchtwickler

(Grapholita lobarzewski)

Der Kleine Fruchtwickler tritt nur lokal auf. Neben Apfel befällt er auch Pflaume und Zwetschge. Im Bodenseeraum scheint er, nach Jahren von allgemeiner Bedeutung jetzt eher ein Problem biologisch bewirtschafteter Flächen zu sein.

Schädlingsbeschreibung

Der Falter ist 8 mm lang. Die Vorderflügel sind gelbbraun mit unregelmäßig dunkler Zeichnung, die Hinterflügel sind graubraun. Die Flügelspannweite beträgt etwa 20 mm. Die Eier sind am Rand steil abfallend, klarweiß und haben einen Durchmesser von 0,8 mm.
Die graugelb bis hellrosa gefärbten Raupen haben graubraune Warzen. Ihr Kopf ist gelbbraun. Sie werden bis 12 mm lang. Ein Analkamm liegt vor.

Biologie

Die ausgewachsenen Raupen überwintern, wie Apfel- und Bodenseewickler, in einem Kokon hinter Rindenschuppen. Im Frühjahr findet die Verpuppung statt. Der Falterflug erstreckt sich von Mitte / Ende Mai bis Ende Juli. Die Eier werden ab Ende Mai bis Juli einzeln auf die Früchte abgelegt. Erste Einbohrungen findet man im Juni. Nach Abschluss ihrer Entwicklung verlassen die Raupen die Früchte im August / September und suchen ihr Winterquartier auf. Es wird nur eine Generation pro Jahr gebildet.

Schaden durch den Kleinen Fruchtwickler

Die Einbohrstelle ist ähnlich wie beim Apfelwickler, jedoch wird vor dem Einbohren eine kurze 1 - 2 mm lange Furche angelegt. Nach dem Einbohren macht die Raupe direkt unter der Fruchtschale einen deutlichen, sauberen Spiralgang, bevor sie in einem kotfreien Miniergang zum Stielansatz und ins Kernhaus vordringt. Die Kerne werden selten angefressen. Neben der Einbohrstelle sind häufig 1 - 2 runde Ausfuhrlöcher für den Kot sichtbar. Der Kot ist trocken und haftet schnurförmig zusammen. Einbohrloch und Ausfuhrloch stehen über eine gewundene Querverbindung direkt unter der Fruchthaut miteinander in Kontakt. Im Spätsommer kommt es gelegentlich zu einem Minierfraß unter der Fruchthaut, dieser ist stern- oder kreisförmig.

Verwechslungsmöglichkeiten

Die Schadbilder des Kleinen Fruchtwicklers und die des Apfelwicklers sind manchmal schwer voneinander zu unterscheiden. Beim Kleinen Fruchtwickler sind die Fraßgänge kotfrei und die Einbohrspirale ist deutlicher ausgeprägt. Der Fraßgang des Bodenseewicklers ist mit einem weißen Belag überzogen.

Kontrolle

Ab Juni können die Früchte visuell auf Befall kontrolliert werden. Die Schadschwelle liegt bei 1 - 2 % befallener Früchte bei der Vorjahresernte.

Bekämpfung des Kleinen Fruchtwicklers

Der Flugverlauf kann ab Mitte / Ende Mai mit Hilfe von Trappole-Pheromonfallen überwacht werden.

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