Schildläuse

San-José-Schildlaus (Quadraspidiotus perniciosus)

Die San-José-Schildlaus stammt ursprünglich aus China. Sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts nach Deutschland eingeschleppt. In wärmeren Regionen ist sie ein gefürchteter Obstschädling. Wirtspflanzen sind, neben Kern-, Stein- und Strauchbeerenobst, verschiedene Laubgehölze und krautige Pflanzen. Die Rinde befallener Bäume ist mit runden, schmutziggrauen Schildchen aus Wachs übersät. Unter diesen leben die Weibchen bzw. die sich entwickelnden Jungtiere.

Schädlingsbeschreibung

Die orange bis zitronengelben Wanderlarven sind 0,2 mm groß und 6-beinig. Das Schildchen ist anfangs weiß (Weißschildstadium) und verfärbt sich später graubraun bis schwarz (Schwarzschildstadium). Das Schild der ausgewachsenen Weibchen ist rund, 2 mm groß und hat eine schmutziggraue Oberfläche. Die Weibchen selbst sind rund und zitronengelb. Etwas kleiner und oval sind die männlichen Schilde.

Biologie

Die Überwinterung erfolgt im Schwarzschildstadium im 1. Larvenstadium. Nach der Häutung im März / April bilden die Tiere im zweiten Larvenstadium ihre Schildchen. Im Mai sind die Weibchen nach einer erneuten Häutung ausgewachsen und geschlechtsreif. Sie gebären lebend 100 - 400 Wanderlarven. Die Junglarven laufen einige Zeit umher bevor sie sich an Trieben, Blättern und Früchten festsetzen und Pflanzensaft saugen. Je nach Gebiet treten Ende Juli nochmals erwachsene Tiere auf (2. Generation im Jahr) dessen Nachkommen im Schwarzschildstadium überwintern.

Schaden durch die San-José-Schildlaus

Starker Befall führt zu einer Schwächung der Bäume bis hin zum Absterben ganzer Äste. Erkrankte Zweige zeigen nach dem Anschnitt ein deutlich rötlich gefärbtes Bastgewebe. Die Schildläuse setzen sich auch an der Fruchtschale fest. Diese Früchte sind nicht mehr vermarktungsfähig. Der Speichel, welcher beim Saugvorgang abgegeben wird, enthält für die Pflanzen giftige Stoffe. Als Reaktion bildet sich ein roter Hof um die Saugstelle. An den Früchten ist dies besonders gut sichtbar (Nicht mit der Lentizellenröte verwechseln!).

Kontrolle

Die Schadensschwelle liegt bei über 1 % befallener Früchte im Vorjahr bei der Ernte. Weitere Kontrollmöglichkeit ist die Astprobe im zeitigen Frühjahr auf überwinternde Stadien.


Kommaschildlaus (Lepidosaphes ulmi)

Die Gemeine Kommaschildlaus hat ein breites Wirtspflanzenspektrum. Neben verschiedenen Obstarten tritt sie an Bäumen und Sträuchern wie Pappel, Eiche und Zwergmispel auf. Ein starker Befall ist selten, die wirtschaftliche Bedeutung ist daher eher gering.

Schädlingsbeschreibung

Die Weibchen sind weiß und länglich. Die braunen Schildchen der Weibchen sind 2-4 mm lang, flach und kommaförmig. Die kleinen weißen Eier haben eine ovale Form. Der ovale Körper der Larven ist gelblichbraun gefärbt.

Biologie

Die Eier überwintern unter den Schildchen. Ab Ende April bis Ende Mai schlüpfen die bewegungsaktiven Larven. Diese wandern einige Tage auf der Wirtspflanze bevor sie sich an Zweigen, Trieben und bei starkem Befall an Früchten festsaugen und Schildchen bilden. Die ersten adulten Weibchen treten Ende Juli auf. Sie legen im August und September bis zu 80 Eier unter ihr Schildchen und sterben bald darauf. Das Schildchen bleibt zum Schutz der Eier bis zum kommenden Frühjahr an der Rinde angeheftet. Auf Obstgehölzen entwickeln sich nur Weibchen, die Vermehrung erfolgt ohne vorhergehende Befruchtung der Eier. Männchen sind nur selten anzutreffen. Es erscheint eine Generation pro Jahr.

Schaden durch Kommaschildläuse

Die Schildchen bedecken oft in Krusten die Zweige und Stämme älterer Bäume, dies führt zu Rissbildungen am Holz. Besetzt werden ebenfalls die Früchte, was eine Abwertung der Fruchtqualität zur Folge hat. Honig- und Rußtaubildung sind bei dieser Schildlausart unbedeutend.

Kontrolle

Auskunft über die Befallsgefahr in der anstehenden Saison gibt die Astprobenkontrolle im Winter. Die Unterscheidung von Schildchen mit Eiern (intakt) und parasitierten Schildchen, zu erkennen am Ausflugloch, ist dabei wichtig. Die Schadensschwelle liegt bei 30 - 50 Schilde mit Eiern bezogen auf 2 m 2 - 5-jähriges Fruchtholz. Zur Ernte können die Früchte visuell auf Schildlausbefall kontrolliert werden.