Spinnmilben

Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi)

Die Obstbaumspinnmilbe ist einer der bedeutendsten Schädlinge im Obstanbau. Besonders häufig werden Apfel, hier vor allem die Sorten Braeburn, Gala, Elstar, Cox-Orange und Fuji sowie Zwetschgen befallen. Bei Birne und Kirsche tritt sie deutlich seltener auf.

Schädlingsbeschreibung

Die Weibchen sind 0,4 mm groß. Auf dem ovalen, rotbraunen Körper befinden sich helle Warzen mit langen steifen Borsten. Die Männchen sind etwas kleiner. Ihr Hinterleib ist zugespitzt, was dem Körper eine Birnenform verleiht. Sie sind bleich gelbgrün bis hellrot, am Kopf befinden sich zwei rote Augenflecke. Beide Geschlechter besitzen acht Beine. Die Larve hat sechs Beine, die darauffolgenden zwei Nymphenstadium haben bereits acht Beine, wie die Elterntiere. Larven und Nymphen sehen den Adulten recht ähnlich. Die Sommereier sind etwas blasser und an der Unterseite der Blätter zu finden.

Biologie

Die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Ab Beginn der Blüte schlüpfen die Junglarven. Nach zwei Nymphenstadium mit zwischengeschalteten Ruhezeiten erscheinen dann die adulten Milben. Deren Weibchen breiten sich weiter aus und besiedeln die jungen Blätter. Mitte / Ende Mai legen sie ihre Sommereier zwischen die Blatthaare der Blattunterseite ab. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier beträgt etwa vier Wochen, bei höheren Temperaturen verkürzt sie sich entsprechend. Pro Jahr werden sechs bis acht Generationen gebildet. Gut mit Stickstoff versorgte Blätter begünstigen die Spinnmilbenpopulation.

Schaden durch Obstbaumspinnmilbe

Saugschäden sind ab der Blüte an den jungen Blättern festzustellen. Infolge des Blattgrünverlustes zeigen sie eine helle, bronzefarbene Sprenkelung. Diese ist zunächst nur entlang der Hauptader zu sehen, später kann das gesamte Blatt betroffen sein. Der damit einhergehende Verlust an Assimilationsfläche führt zu einem reduzierten Triebwachstum. Nachteilige Auswirkungen auf Fruchtgröße und Ausfärbung sind möglich. Starker Befall im Frühjahr in der Zellwachstumsphase führt zur Berostung der Fruchthaut. Vorzeitiger Blattfall und verringerter Blütenansatz im Folgejahr können zudem die Folgen eines starken Befalls sein.

Kontrolle

Zu Vegetationsbeginn sollten Astprobenkontrollen auf Wintereier durchgeführt werden. Die Schadensschwelle liegt bei 1000 Eiern (ohne Raubmilbenbesatz) bzw. bei 2000 Eiern (mit Raubmilbenbesatz) bezogen auf 2 m untersuchtes Fruchtholz. Bis zum Frühsommer ist die Schadensschwelle mit 60 - 70 % befallener älterer Blätter ausgewiesen. Im Juli und August werden Blattproben aus dem mittleren Bereich der Langtriebe genommen. 30 - 40 % Befall können hierbei toleriert werden. Rostmilben mit beachten.


Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Die Gemeine (Bohnen-) Spinnmilbe ernährt sich von den verschiedensten Gewächsen. Neben Erdbeeren, Gurken, Bohnen und zahlreiche Unkräuter befällt sie im Sommer Obstbäume (Apfel selten, häufiger Zwetschge), Beerenobst andere Gehölze. Die Gemeine Spinnmilbe zählt zu den bedeutendsten Schädlingen im Hopfen- und Unterglasanbau. Im Obstbau wird sie nur in trockenen Sommern zum Problem.

Schädlingsbeschreibung

Die ausgewachsenen Weibchen sind etwa 0,6 mm groß, hellgelb mit zwei großen schwarzen Flecken auf dem Rücken. Überwinternde Weibchen sind orangerot gefärbt. Die gelben Männchen sind kleiner (0,35 mm). Die Larven- und Ruhestadien sind 0,15 - 0,35 mm lang und gelb. Ältere Stadien besitzen bereits zwei dunkle Flecken Die runden weißlich-gelben Eier haben einen Durchmesser von 0,13 mm.

Biologie

Die rötlich-orange gefärbten Weibchen überwintern an geschützten Stellen unter Rindenschuppen oder am Boden im Laubstreu. Im Frühjahr wandern die Weibchen in die Krautschicht. Vertrocknen die Kräuter infolge warmer Witterung oder Unkrautbekämpfung klettern die Tiere weiter nach oben und besiedeln Obstbäume und Beerensträucher. In Abhängigkeit von der Temperatur werden vier bis zehn Generationen pro Jahr gebildet. Jedes Weibchen produziert 80 - 100 Eier. Bei warmer und trockener Witterung kann es rasch zu einer Massenvermehrung kommen. Im September und Oktober ziehen sich die Weibchen wieder in ihre Winterquartiere zurück.

Schaden durch die Gemeine Spinnmilbe

Die Milben leben in Gruppen in einem feinen, gut sichtbaren Gespinst an der Unterseite der Blätter. Infolge der Saugaktiviät verändern die Blätter ihre Farbe. Die Blattoberseite zeigt eine feine helle Sprenkelung. Bei starkem Befall färbt sich das Blatt gelb, später bräunlich, vertrocknet und fällt danach ab.

Kontrolle

Die Bestandskontrolle geht einher mit der, der Obstbaumspinnmilbe. Als kritischer Wert gelten 60 % von beiden Arten befallene Blätter im Sommer. Dabei besonders im Innern der Baumkrone kontrollieren. Beim Fehlen von natürlichen Gegenspielern kann eine starke Populationszunahme im August und September festgestellt werden.

Bekämpfung der Gemeinen Spinnmilbe

Die Gemeine Spinnmilbe wird bei der Spritzung gegen die Obstbaumspinnmilbe miterfasst. Eine separate Bekämpfung mit Neudosan® Neu oder NeemAzal® Neu T/S ist daher in den meisten Fällen nicht erforderlich.